Häufige Fragen zu Notenmaterial, Üben, Instrumentenkauf

Gitarrenlehrerin Klavierlehrerin
1. Welches Unterrichts-Notenmaterial wird verwendet?
  • Anfänger beginnen mit etablierten 2-bändigen altersgerechten Klavierschulen oder Gitarrenschulen nach Noten, jeweils auf Kinder, Jugendliche oder Erwachsene zugeschnitten. Diese beeinhalten bereits eine Fülle an kleinen klassischen Stücken und bekanntem Lied- und Songmaterial von Blues bis Pop.
    Danach geht’s weiter mit einer großen Auswahl an Spielliteratur-Bänden, querbeet von Barock, über Klassik, Romantik, Impressionismus bis Blues, Jazz, Tango, Popmusik. Je nach Vorlieben ist für jeden etwas dabei.

  • Die Gitarristen lernen alle Anschlags- und Zupfmöglichkeiten kennen, nach Noten und ergänzenden Grifftabellen bzw. Akkordbegleitungs-Rhythmusschemata (Schlagmuster). Erlernt werden Apoyando- und Tirandoanschlag, Dämpftechniken, pizzicato, hammer on/ pull off-techniken, flageolett-Obertöne, Barrégriffe, mehrstimmiges Spiel in unterschiedlichen Lagen in jeder Tonart, Fingerstyle-Patterns, percussion….
    Sie kommen dabei unter anderem mit lateinamerikanischer Musik (Tango, Samba, Bossa, Rumba, Calypso…) und Musik aus den südlichen Gefilden der USA der letzten 100 Jahre (Jazz) auf ihre Kosten. Hörproben gibt es unter den beiden folgenden Links.

    https://www.stretta-music.com/langer-saitenwege-nach-suedamerika-2-nr-676267.html

    https://www.stretta-music.com/langer-acoustic-jazz-guitar-solos-nr-676473.html
2. Wie oft und wie lange muss man üben?
  • Ein Thema, welches häufig von Instrumentallehrern im Vorfeld nicht gern komuniziert wird, ist, dass geduldiges jahrelanges Üben zu Hause nötig ist, um ein Instrument wirklich gut spielen zu können. Der noch so professionelle Unterricht durchschnittlich 3x pro Monat kann dafür nirgends ausreichen. Vielmehr bedarf es regelmäßiger Wiederholungen am eigenen Instrument, um vorwärts zu kommen, da ansonsten bis zur nächsten Unterrichtsstunde fast alles wieder vergessen wird und nicht vertieft werden kann. Ohne kontinuierliches Spielen zu Hause lässt die Motivation sehr schnell nach, wenn demzufolge kein Stück richtig gelingen kann.

  • Grundschulkinder benötigen die Unterstützung ihrer Eltern, da die meisten noch nicht allein üben können. Hierzu werden in ein Aufgabenheft jede Stunde Anleitungen  für die Eltern geschrieben. Sie brauchen selbst kein Instrument zu spielen, um mit ihrem Kind üben zu können. Wenn sich das Kind gar nicht motivieren lässt, auch außerhalb des Unterrichtes zu spielen und zu üben, ist das Instrumenterlernen nicht das Richtige für es.

  • Als ungefähre Übezeiten für den Hausgebrauch ohne professionellen Anspruch seien 3x pro Woche 30 Minuten oder täglich 15 Minuten genannt, wenn nur sehr einfache Anfänger-Stücke gespielt werden möchten, was ausreichen kann, um mit Freude seine Freizeit zu verbringen. Je komplexere Stücke und je besser man spielen will, desto häufiger und länger sitzt man zu Hause am Instrument. Wer viel übt, kommt schneller vorwärts und erfreut sich eher an seinen Spielerfolgen, als andere. Sollte gar nicht geübt werden, erübrigt sich der Unterricht leider über kurz oder lang und kann auch vom Lehrer beendet werden.

  • Wer anspruchsvolle klassische Klaviermusik spielen möchte, übt bereits zu Beginn mit ca. 6 Jahren ca. eine Stunde täglich übt. Wer später Klavier als pianistisch-künstlerisches Hauptfach (klassische Musikrichtung) an einer Hochschule für Musik studieren möchte, braucht zirka 10 Jahre Vorbereitungszeit, um die Aufnahmeprüfung zu bestehen und übt in der höheren Gymnasialzeit täglich ca. 3 Stunden. Im Studium sind es sogar extreme 4 -6 Stunden täglich, und selbst die „fertigen“ klassischen Pianisten üben täglich mehrere Stunden, um das Niveau zu halten und Konzerte weltweit geben zu können. Es ist noch kein Pianist vom Himmel gefallen, auch wenn das auf der Bühne oft so aussehen mag.
    Im Fach klassische Gitarre sind die Anforderungen etwas geringer, und in der Fachrichtung populare Musik/ Unterhaltungsmusik fangen auf beiden Instrumenten auch viele Späteinsteiger an und kommen mit deutlich kürzerer Übungszeit aus.

  • Warum lernen nicht alle gleich gut ein Instrument spielen? Warum spielen beim selben Lehrer die einen Schüler mit Freude hervorragend nach kurzer Zeit das Instrument, während einige andere jahrelang im Anfängerstatus bleiben? Das ist wie in der Schule und wie mit allen Fortschritten im Leben, die nur durch eigenes Lernen erreicht werden können. Kognitive Denkstrukturen, Auffassungsgabe, Lernwille und eigener Antrieb sind nicht bei jedem Menschen gleichermaßen ausgeprägt. Der Lehrer kann  freundlich vorzeigen, wie es geht, gute Erklärungen und motivierende Anstöße zum Lernen geben, sowie den Lernstoff an den jeweiligen Schüler und dessen musikalische Vorlieben anpassen. Das Lernen an sich liegt dann beim Schüler selbst. Kein Lehrer kann, wie manchmal fälschlicherweise angenommen und von verschiedenen Anfängerschulheften auf dem Markt suggeriert wird, das Klavierspielen einfach spielerisch in den Schüler hineintrichtern,  ohne dass die entsprechenden kognitiven Voraussetzungen und ein fleißig motivierter Übewille oder die gegebenenfalls noch erforderliche Unterstützung der Eltern vorhanden wären.

 

3. Ist Klavier, E-Piano oder Keyboard das richtige Instrument, und wo kann man es kaufen?
  • Auf dem Keyboard sind die Tasten häufig nicht gewichtet und oft fehlt auch eine Anschlagsdynamik oder die Tasten sind eventuell zu klein und der Tastenumfang zu gering. Für den Anfang reicht es zwar aus, wenn mindestens 2 Oktaven (15 weiße und 10 schwarze Tasten) und dieselbe Tastengröße wie bei einem Klavier vorhanden sind (weiße Tasten ca. 2,25 cm breit und der vordere Anschlagsteil ca. 5 cm lang bis zum Anschlagsbeginn der schwarzen Tasten). Allerdings sollte dann darauf geachtet werden, dass die Höhe des Tisches, auf den man das Keybord legt, dieselbe Höhe eines Klaviers hat, um Fehlhaltungen zu vermeiden. Die Oberfläche einer Klaviertastatur befindet sich ca. 74 cm über dem Boden. Bei Kindern und kleinen Menschen könnte der Tisch etwas niedriger sein oder man gleicht den Körpergrößenunterschied mit einem höher verstellbaren Klavierstuhl und einem Fußbänkchen aus, wie dies an einem Klavier bei Kindern erfolgt. Der Keyboardklang kommt einem echten Klavierklang nicht wirklich gleich und der Tastenanschlag ist bei einem Keyboard meist wesentlich leichtgängiger, weshalb das Umlernen später auf einem echten Klavier mit etwas Anstrengungen für den kräftigeren Anschlag verbunden sein kann.

  • Wenn nach einiger Zeit anspruchsvollere Klaviermusik gespielt werden möchte, müsste ein Klavier oder E-Piano (Digitalpiano mit festem Corpus und fest eingebauten Fußpedalen) besorgt werden. Ein E-Piano reicht aus, wenn man nicht Klavier studieren und kein Pianist von Beruf werden möchte. Es ist billiger, niedriger, leichter zu transportieren, leiser für die Nachbarn und schneller wieder zu verkaufen, da die Nachfrage groß ist.

  • Mit einer höhenverstellbaren Klavierbank kann man unterschiedliche Körpergrößen, Arm- und Beinlängen ausgleichen, um für sich die optimale individuelle Sitzhöhe zu erreichen. Kinder benötigen bis ca. 5. Klasse eine Fußbank, damit die Füße nicht in der Luft baumeln, sondern einen für das ergonomisch richtige Klavierspiel erforderlichen festen Stand haben, da sich ansonsten fälschlicherweise mit den Händen am Klavier abgestützt wird, diese aber locker aufliegen müssen. Bei Nichtvorhandensein eines höhenverstellbaren Stuhles kann bei Kindern ein festes Kissen zusätzlich auf den Stuhl gelegt werden, damit die Höhe des Unterarmes ungefähr in gerader Verlängerung der Tasten schweben kann und der Ellenbogen nicht unter der Tastenhöhe schwebt, was zu ungünstigen Hand- und Fingerstellungen führt. Größere Menschen setzen sich in der Regel etwas tiefer, damit der Ellbogen nicht zu hoch über der Tastenhöhe schwebt, was aber wiederum von der Oberarmlänge und Oberkörpergröße abhängt sowie der Beinlänge, die unter dem Klavier Platz finden muss, weshalb die optimale Sitzhöhe bei allen Menschen variiert und bei „fertigen“ Pianisten auch von deren individuellen Vorlieben abhängt.

  • Als Adressen für den Kauf oder das Leihen eines neuen oder gebrauchten Klaviers oder Digitalpianos kommen in Leipzig z.B. das Piano Centrum in der Löhrstraße 2 oder Leipzig Pianos in der Dohnanyistraße 15 infrage. Ein gebrauchtes Instrument z.B. über eBay Kleinanzeigen ist auch eine Möglichkeit.
4. Welche Gitarrengrößen benötigen Kinder, und wo sind Gitarren und Zubehör erhältlich?
  • Ab zirka 1,60 Meter Körpergröße kann man auf einer ganzen Gitarre (4/4) spielen. Für die kleinste Gitarre (1/8) muss das Kind zirka 1,10 Meter groß sein. Anhand unten stehender Tabelle kann man ungefähr bemessen, welche Gitarrengröße infrage kommt. Es handelt sich hierbei um Richtwerte, von denen Abweichungen möglich sind bei längeren oder kürzeren Armen/ Fingern. Viele Schüler überspringen auch mal eine Gitarrengröße und spielen in ihrer Kindheit nur auf zwei verschiedenen Größen.

  • Als Adresse für den Kauf und das Ausprobieren der Instrumente kommt z.B. das Musikhaus Korn in der Innenstadt am Brühl 65 infrage. Es bietet verschiedenste Instrumente auch online an. Andere bestellen z.B. bei thomann im Internet oder kaufen sich über ebay-Kleinanzeigen in Leipzig eine gebrauchte Gitarre.

  • Welches Gitarrenzubehör muss man zusätzlich zur Gitarre besorgen?
  • Gitarrentasche für den Transport (ab 10 Euro),
  • Gitarrenstütze (Ergoplay ab 30 Euro), leider unverzichtbar für Anfänger und einfacheres Spielen; viele verwenden noch die früher üblichen wesentlich billigeren Fußbänkchen, footrest (ab 4,50 Euro), die allerdings Rückenbeschwerden verursachen können,
  • Gitarrenständer , damit die Gitarre zu Hause nicht umkippt und sich den Hals bricht (ab 7 Euro),
  • Stimmgerät (ab 4 Euro),
  • Notenständer (ab 13 Euro),
  • Kapodaster für Konzertgitarren (ab 5 Euro),
  • Saitenkurbel (ab 1,50 Euro),
  • Ersatz-Nylonsaiten (ab 7 Euro) gibt es in den vier verschiedenen Stärken soft, medium, hard, extra hard. Weiche Saiten sind einfacher zu bespielen als harte. Für den Anfang ist trotzdem die mittlere Spannung zu empfehlen. Günstige Saiten für Schüler und Anfänger gibt es z.B. von den Markenherstellern D’Addario, Savarez, Hannabach, Augustine und La Bella (bei Kindergitarren entsprechend der Gitarrengröße die Saitenlänge auswählen).

    Verschiedene Gitarrengrößen