Thema Üben

Gitarrenlehrerin Klavierlehrerin

 

  • Ein Thema, welches häufig von Instrumentallehrern im Vorfeld nicht gern kommuniziert wird, ist, dass geduldiges jahrelanges Üben zu Hause nötig ist, um ein Instrument wirklich gut spielen zu können. Der noch so professionelle Klavierunterricht oder Gitarrenunterricht durchschnittlich 3x pro Monat kann dafür nirgends ausreichen. Vielmehr bedarf es regelmäßiger Wiederholungen am eigenen Instrument, um vorwärts zu kommen, da ansonsten bis zur nächsten Unterrichtsstunde fast alles wieder vergessen wird und nicht vertieft werden kann. Ohne kontinuierliches Spielen zu Hause lässt die Motivation sehr schnell nach, wenn demzufolge kein Stück richtig gelingen kann.

  • Grundschulkinder benötigen die Unterstützung ihrer Eltern, da die meisten noch nicht allein üben können. Hierzu werden in ein Aufgabenheft jede Stunde Anleitungen  für die Eltern geschrieben. Sie brauchen selbst nicht Klavier oder Gitarre zu spielen, um mit ihrem Kind üben zu können. Wenn sich das Kind gar nicht motivieren lässt, auch außerhalb des Unterrichtes zu spielen und zu üben, ist das Instrumenterlernen nicht das Richtige für es.

  • Als ungefähre Übezeiten für den Hausgebrauch ohne professionellen Anspruch
    seien 3x pro Woche 30 Minuten oder täglich 15 Minuten genannt, wenn nur sehr einfache Anfänger-Stücke gespielt werden möchten, was ausreichen kann, um mit Freude seine Freizeit zu verbringen. Je komplexere Stücke und je besser man spielen will, desto häufiger und länger sitzt man zu Hause am Instrument. Wer viel übt, kommt schneller vorwärts und erfreut sich eher an seinen Spielerfolgen, als andere. Sollte gar nicht geübt werden, erübrigt sich der Klavierunterricht oder Gitarrenunterricht leider über kurz oder lang und kann auch vom Lehrer beendet werden.

  • Wer anspruchsvolle klassische Klaviermusik spielen möchte, übt bereits zu Beginn mit ca. 6 Jahren ca. eine Stunde täglich. Wer später Klavier als pianistisch-künstlerisches Hauptfach (klassische Musikrichtung) an einer Hochschule für Musik studieren möchte, braucht zirka 10 Jahre Vorbereitungszeit, um die Aufnahmeprüfung zu bestehen und übt in der höheren Gymnasialzeit täglich ca. 3 Stunden. Im Studium sind es sogar extreme 4 -6 Stunden täglich, und selbst die „fertigen“ klassischen Pianisten üben täglich mehrere Stunden, um das Niveau zu halten und Konzerte geben zu können. Es ist noch kein Pianist vom Himmel gefallen, auch wenn das auf der Bühne oft so aussehen mag.

  • Im Fach klassische Gitarre sind die Anforderungen etwas geringer, und in der Fachrichtung populare Musik/ Unterhaltungsmusik fangen auf beiden Instrumenten auch viele Späteinsteiger an und kommen mit deutlich kürzerer Übungszeit aus.

  • Warum lernen nicht alle gleich gut Klavier oder Gitarre spielen? Warum spielen beim selben Lehrer die einen Schüler mit Freude hervorragend nach kurzer Zeit das Instrument, während einige andere jahrelang im Anfängerstatus bleiben? Das ist wie in der Schule und wie mit allen Fortschritten im Leben, die nur durch eigenes Lernen erreicht werden können. Kognitive Denkstrukturen, Auffassungsgabe, Lernwille und eigener Antrieb sind nicht bei jedem Menschen gleichermaßen ausgeprägt.

  • Der Lehrer kann  freundlich vorzeigen, wie es geht, gute Erklärungen und motivierende Anstöße zum Lernen geben, sowie den Lernstoff an den jeweiligen Schüler und dessen musikalische Vorlieben anpassen. Das Lernen an sich liegt dann beim Schüler selbst. Kein Lehrer kann, wie manchmal fälschlicherweise angenommen und von verschiedenen Anfängerschulheften auf dem Markt suggeriert wird, das Klavierspielen einfach spielerisch in den Schüler hineintrichtern,  ohne dass die entsprechenden kognitiven Voraussetzungen und ein fleißig motivierter Übewille oder die gegebenenfalls noch erforderliche Unterstützung der Eltern vorhanden wären.